Turnverein Lautenbach
1921 e.V.
1921 - 1951

Rückblick auf über 100 Jahre Turnbetrieb des Turnverein Lautenbach 1921 e.V.:

Der Turnverein Lautenbach wurde am 17. Juli 1921 gegründet und umfasste zur damaligen Zeit 58 Mitglieder.

Gründung des Vereins durch den unten aufgeführten Vorstand

 

  1. Vorsitzender:               Oswald Schiel
  2. Vorsitzender:               Paul Rothenberger

Kassier:                      Kasimir Lingenfelder

Schriftführer:             Michael Schiel

1. Turnwart:               Franz Rothenberger

2. Turnwart:               Leo, Josef Schillinger

Zeugwart:                  Otto Wacker

Vereinsdiener:           Wilhelm Mörmann

Beirat:                         Martin Lingenfelder, Emil Schiel, Leonhard Meyer

Geturnt wurde in dieser Zeit im Saal des Gasthaus „Lautenfelsen“. Hier wurde als erstes Gerät ein Barren aufgestellt. Allerdings, so wird aus der Zeit berichtet, gab es beim Handstand des Öfteren Deckenberührung. Hinzu kamen später Reck und Pferd.

Aus diesen Anfängen ist auch ein Bild vorhanden, das eine Pyramide am Barren zeigt und für damalige Verhältnisse einen beachtlichen Leistungsstand vermuten lässt. Oft traf man sich im Sommer auf dem zumindest den älteren Mitbürgern bekannten Turnplatz - bei der „alten Eiche“ auf einer Anhöhe am südlichen Waldrand - zu Freiluftübungen.

Zur Finanzierung des Turnbetriebs wurden auf diesem Platz auch Feste durchgeführt; wobei der Barren mit einem Handkarren den steilen Weg angefahren werden musste.

Das Reck bestand aus zwei Holzbalken mit einer Eisenstange. Dass man sich 1927 für RM 15,-- frische Barrenholme zulegen musste, mag etwas über die Intensität aussagen, mit der die Turngeräte beansprucht wurden.

Nicht immer ließ das Wetter einen Festbetrieb zu. So musste nach einem total verregneten Wochenende Weck und Wurst von Haus zu Haus verkauft werden, um die Verluste in Grenzen zu halten.

Der Turnbetrieb wurde von Turnlehrer Scherer, den man aus Gernsbach engagierte und von Vorturnern, die sich eigens dazu ausbilden ließen, geleitet.

Das Turnen der Jugendlichen stieß allerdings bei den Eltern  nicht immer auf Sympathie und an eine regelmäßige Teilnahme am Turnbetrieb war kaum zu denken. In dieser Zeit waren die Kinder zur Mithilfe bei der Feldarbeit eine unentbehrliche Unterstützung. Mit Couplets, die bei der Bevölkerung immer gut ankamen versöhnte man sich gelegentlich wieder.

Mit der Teilnahme an den Gau-Turnfesten in Kuppenheim, Gernsbach, Gaggenau, Karlsruhe und beim 15. Bad. Landesturnen in Mannheim traf man sich zum Leistungsvergleich. 1928 nahm man auch am Deutschen Turnfest in Köln und 1933 in Stuttgart teil.     

Ein weiteres Bild zeigt Turnübungen am Schwellwog, dem heutigen Schwellwog-Treff bzw. Schwimmbad.

Vom Saal im Vereinslokal „Lautenfelsen“ verlegte man das Domizil in die frühere alte Kelter  (Alte Turnhalle) beim heutigen Kinderspielplatz im Oberdorf. In Eigenarbeit baute man diese (1927-1928) zur Turnhalle um. Lange Zeit turnte man zwischen der Kelterpresse. Auch liest man von 10 jungen Turnerinnen, die sich der Gymnastik verschrieben hatten.  Diese Turnstunden wurden von Fräulein Groß aus Gernsbach geleitet. 1927 beteiligten sie sich beim 2. Badischen Landes-Frauen-Turnen in Gaggenau.

Im Frühjahr 1927 wurde die Vereinsfahne für 300 Reichsmark (RM) angeschafft.

Ab 1934 wurde der Verein von den nationalsozialistischen Interessen immer stärker vereinnahmt und es mussten in Folge vierteljährliche Abgaben an den Deutschen Reichsbund für Leibesübungen entrichtet werden.  

Während der Kriegsjahre treten schließlich sowohl in der Verwaltung wie auch im Mitgliedsbuch größere Lücken auf.

Worüber wir auch heute noch sehr traurig sind.