Turnverein Lautenbach
1921 e.V.
1952 - 1973

Nach dem Krieg, der auf Grund der Anordnung französischen Besatzungsmacht das vorläufige „Aus“ für den Turnverein bedeutete, wurde der Verein im Jahre 1953 von Markus Rothenberger und  Hauptlehrer Richard Schumacher neu gegründet. Nicht zuletzt als Vermächtnis für viele nicht aus dem Krieg zurückgekehrten Mitglieder.

Cäcilie Schiel, Tochter des Bürgermeisters Mörmann und Frau des Ratschreibers und Schriftführers im Turnverein Michael Schiel, wurde für die Sicherstellung der Vereinsfahne zum Ehrenmitglied ernannt.  

Sie hatte auf dem Weg zum Elternhaus bemerkt, wie ein französischer Besatzungssoldat die Fahne quasi als „Kriegsbeute“ konfiszieren wollte. Mutig stellte sie sich dem Soldat in den Weg und überzeugte diesen mit gymnastischen Übungen davon, dass diese Fahne eine hohe Bedeutung für den Verein besaß. Offensichtlich beeindruckt von ihrem Auftreten überließ er ihr schließlich die Vereinsfahne. 

In der alten Turnhalle wurde bis Mitte der 60er Jahre der Turnbetrieb aufrechterhalten. Bei entsprechenden Witterungsvoraussetzungen wurde auch auf dem früheren Festplatz und heutigen Kinderspielplatz geturnt.

In dieser Zeit gab es auch ansprechende Leistungen im Schülerbereich. So konnte ein 2. Platz bei den Winterrundenkämpfen in Muggensturm erturnt werden. Aber immer stärker zeichnete sich ab, dass man den steigenden Anforderungen im Turnsport mit den gegebenen räumlichen Voraussetzungen nicht mehr gewachsen war. Es staubte immer mächtig beim Turnen. Eine kleine Episode, erzählt von Norbert Schillinger, mag dies anschaulich verdeutlichen. Bei einem Pferdsprung erklärte ihm Turnlehrer Richard Schumacher wo er nach dem Sprung zum Stand kommen sollte. Als der Sprung stattdessen im winterlichen Holzvorrat des Anbaus endete, musste er -obwohl glücklicherweise unverletzt- eine gewaltige Standpauke über sich ergehen lassen.